Editorial


Es ist nun der Herbst gekommen,
Hat das schöne Sommerkleid
Von den Feldern weggenommen
Und die Blätter ausgestreut, …

(Joseph von Eichendorf)


Mit den Farben des frühen Herbstes und den geschmückten Erntedankaltären unserer drei Kirchen möchten wir Ihnen eine kleine Freude bereiten und Sie gleichzeitig dazu einladen hier weiter nach Herbstimpressionen zu suchen.


Viel Spaß – und Erfolg - wünscht Ihnen dabei

Herzlichst Ihr
Alfred J. Köhl

Heimatbroschüre Nr. 3


Unsere Heimatbroschüre Nr. 3 ist fertig!  Die Präsentation war am 14.10.2017 in der Kulturscheune Leerstetten.
 

Titelseite der Heimatbroschüre
 
 

Brunnerhof

Allersberger Straße 4.

 

Von der Allersberger Straße aus gesehen

 

Erdgeschossiges Wohnhaus (Ehemaliges Bauernhaus, erdgeschossiger Wohnstall), massiv mit Fachwerkgiebeln, 1. Hälfte 19. Jahrhundert (Flur Nr. 70/1)

 

Hausname: "Brunnerhof"; nach dem Familiennamen Brunner.

 

Situation: Der Brunnerhof stellt baulich den nordöstlichen Abschluss des Altortquartiers zwischen Allersberger Straße, Rother Straße und Rosengasse dar. Hierbei handelt es sich um eines der ältesten Quartiere von Schwand, dessen Erscheinungsbild durch das Feuerwehrhaus bereits gestört ist. Es stellt dennoch ein städtebaulich unverzichtbares Element dar. Daneben ist es ein wichtiges volkskundlich-architekturgeschichtliches und sozialgeschichtliches Denkmal in Schwand.

Obere Mühle

 

Das Mühlenanwesen als Luftbild
Boxlohe 9Mühlenanwesen; Mühlengebäude, Ziegelsteinbau, bez. 1900. (Fl.Nr. 30)

Hausname:

1350 bis 1400 "Obermühle"

(lt. Wachter im Urbar der Burggrafen von Nürnberg);

seit 1591 häufig "Muscatmühle"

nach Hermann Muscat, der die Mühle 1591 erwarb und umgestaltete

"Messinghammer"
 
gelegentlich auch "Golthammer"

als Einrichtung Muscats genannt.

Rednitzhembacher Straße 5

Nord-Ost Ansicht

Situation: Das repräsentativ angelegte, erdgeschossige Bauernhaus mit steilem Satteldach steht giebelständig nach Norden zur Straße. Rückwärtig befindet sich der Rest einer eingestürzten Scheune mit Keller im heute deutlich verkleinerten Hofraum. Das Haus, dessen Fassadenflucht auf die Straßenbebauung abgestimmt ist, nimmt mit seinen dekorativen und durchdachten Schmuckformen eine besondere Stellung in der Architektur der Umgebung ein, da sich dort kein vergleichbar aufwendig gestaltetes Bauernhaus findet. Es ist daher ein unverzichtbares Denkmal im architektonischen, sozialhistorischen und städtebaulichen Sinn.

Fortbewegungsmittel


Hans Volkert erzählt uns eine Geschichte über

Fortbewegungsmittel - nicht nur in Leerstetten

Fast ein halbes Jahrhundert musste vergehen, seit Carl Benz mit seinem ersten Automobil, einem Dreirad-Velociped, am 3. Juli 1886 über die Straßen Mannheims gehoppelt war, ehe in Leerstetten der erste Bürger hinter einem Steuerrad gesichtet wurde.
 
Pioniere der neuen Fortbewegungsart in Leerstetten waren Karl Plesch und Hans Hetzelein, die anfangs der 30er Jahre ihre mit Ottomotoren angetriebenen Fahrzeuge über die staubigen, dreckigen Straßen unserer Umgebung lenkten.

Hatten beide nicht ein besonderer Gespür für die überall unaufhaltsam gewordene Motori­sierung des Straßenverkehrs? Neben dem nötigen "Kleingeld" brachten beide eine Portion Mut auf.

Zugegeben, auch der Bau der ersten Autobahn Berlin-München von 1934 auf 1936 verlieh der Motorisierung des Verkehrs einen ungeheuren Auftrieb. In diesen Aufwärtssog geriet natürlich auch die Zweiradindustrie, die besonders in Nürnberg namhafte Erzeugnisse produzierte.



AnhangGröße
PDF icon Mobilität.pdf4.7 MB

Hauptstraße 5

 
Leerstetten, Hauptstraße 5.

 
 
Bauernhaus, erdgeschossiger Satteldachbau, Sandsteinquader, Giebel Fachwerk verputzt, 18./19.Jh. (Fl. Nr. 24)
 
 
Hausname: "Kunzenhof"
oder lautsprachlich kurz: "kounz"; hergeleitet von Konrad = Kunz
 

Situation:
Der Hof liegt an der ehemaligen Ortseinfahrt im Norden von Leerstetten. Er bildet gemeinsam mit den Höfen >Hauptstraße 2< (auf Flur Nr. 22/1) und >Hauptstraße 1< (inzwischen abgerissen - im Plan das rote Gebäude auf Flur Nr. 25) ein Ensemble, das die historisch gewachsene dörfliche Struktur bewahrt hat. Es bestimmt immer noch (wie lange?) die nördliche Ortsansicht von Leerstetten wesentlich.





Ein ehemals stolzes Bauernhaus wartet auf einen Prinzen, der es wachküsst.

Thema für den Tag des offenen Denkmals 2016 ist: "Denkmale erhalten" - gilt das auch für Schwanstetten?
 

Nürnberger Straße 15

 
Nürnberger Straße 15.





Wohnhaus, zweigeschossiger Mansarddachbau mit Aufzugserker, Ende 18. Jh. (Fl. Nr. 9)
 
 
 
Situation:
Das zweigeschossige Haus steht innerhalb einer nahezu geschlossenen Häuserfront von weiteren Baudenkmälern in der Nürnberger Straße.  Auf dem Katasterplan von 1820 ist es mit Nr. 6 gekennzeichnet. Es erscheint aus städtebaulicher Sicht an dieser Stelle unverzichtbar, da es auf seine Umgebung bezogen ist. Historisch dominierte es die bauliche Situation, da sich die zweigeschossige Bauweise markant von den ehemals erdgeschossigen Bauten der Umgebung unterschied. Rückwärtig gehört ein kleiner, modern überformter  Hof zu dem Anwesen. Es handelt sich um ein wichtiges städtebauliches und sozialhistorisches Denkmal.
 

Ein Bauernjahr

 

Von Lichtmeß bis Lichtmeß

Auszug aus: Ein Bauernjahr von Elisabeth Engelhardt

Liesl

Früh um fünf, zu nachtschlafener Zeit, wenn das Feuer im Küchenherd flackert, bevor es losgeht im Stall, misten, füttern, melken, in dieser dusteren, abwesenden Stunde, reißt die Bäuerin den gestrigen Tag vom Kalender.

 

Der 2. Februar, Lichtmeß. Anfang des Bauernjahres, Feiertag der Dienstboten, als noch keine Maschinen die Arbeit besorgten, sondern Knechte und Mägde, die zahlreich und billig zu haben waren, entlohnt wurden fürs Jahr: Mit 60 Mark die kleine Magd, mit 80 der Großknecht, bei freier Station. Das heißt: Einen Strohsack in der kalten Dachkammer, wo die Mäuse tanzten oder einen warmen, muffigen Verschlag neben dem Kuhstall, heißt karge Mahlzeiten, und wehe den Kleinen, Langsamen, Schüchternen vor der gemeinsamen Suppenschüssel, wo dieselbe patriarchalische Rangordnung eingehalten wurde wie draußen bei den Hühnern.

Tag, an dem die Dienstboten wanderten. Ein Stück für den Kammerwagen erstanden im Landstädtchen auf dem Lichtmeßmarkt, wo ein billiger Jakob den andern mit heiserem Krächzen übertrumpfte, und von einem eigenen Kleiderschrank träumten: Wer so einen hatte, zählte bereits zu den Besitzenden.

 

Viele haben so angefangen, auch die Frau in der Küche, die nach Schulschluß in den Dienst mußte wie alle Kinder der kleinen Verrecker. 

Besuch in der alten Schmiede

Schon früh am Morgen ertönte das gleichmäßige Hämmern und Schlagen, wenn der Schmied seine Arbeit begann.
Marianne Ast erzählt uns eine Geschichte aus ihrer Schulzeit - ein Besuch beim Schmiedemeister Hertel. Aus diesem Betrieb ging der Heizugsbetrieb von Helmut Hertel und die OMV Tankstelle hervor. Es blieb also bei einer Metallbearbeitung.

Der von Hans Volkert beschriebene Gemeindeschmied war auf Haus Nummer  21 angesiedelt. Auf diesem Grundstück errichtete die Gemeinde 1902 das evangelische Pfarrhaus mit Nebengebäuden, umgeben von einem großen Pfarrgarten.

Der nach Großschwarzenlohe verzogene ehemalige Gemeindeschmied Christoph Abraham war wohl ein Vorgänger der heutigen Landmaschinenschlosserei Abraham.

Am Kohlenmeiler



Am Kohlenmeiler

eine Geschichte aus ihrer Schulzeit. Erzählt von Marianne Ast

 Beim Nerreter-Bauern in Furth ging es an manchen Tagen schon in aller Früh hoch her. Ein Meiler sollte aufgebaut werden. Der Bauer und sein Sohn Steffl waren mit den Hühnern aufgestanden und durchs nasse Gras übers Bächla zur Kulstätt gestapft. Auf der anderen Seite des Baches im Wald war auf einem leeren halbrunden Platz der Boden mit schwarzer glänzender Erde bedeckt. Die Köhlerei wurde hier in Furth schon seit langer Zeit betrieben.

 

Tabak bandelieren

Wie ging das Tabakaufhängen früher vor sich?

erzählt von Hans Volkert

Da saß also die ganze Familie – wenn es das Wetter erlaubte – im Freien, sonst unter dem Dach der Scheune oder Streuschuppen - auf niedrigen Hockern oder auf Strohsäcken, vor sich einen Haufen auf dem Acker abgebrochener Tabakblätter. Neben den Familienangehörigen des Bauern wurden auch oftmals familienfremde Helfer für diese Arbeit angeworben.


Da die Tabakblätter eine klebrige Masse absonderten, bedeckten die Anhänger ihre vordere Körperseite mit einer Schürze oder auch nur mit einem Jutesack.

 

Seiten