10 Jahre virtuelles Museum


10 Jahre „Museum-schwanstetten.de“

Es war Anfang 2007 als mich Alfred Wenig nach einer Waldlermesse fragte, ob ich nicht auch im neu zu gründenden Museumsverein mitarbeiten könnte. Er bräuchte jemand, der für Ihn Texte schreibt, Bilder hat er gesammelt.
Da ich ihn vorher davon „überzeugt“ hatte, dass er bei der Waldlermesse als Tenor mitsingt, sagte ich zu. So war ich im Februar 2007 bei der letzten Vorbereitungssitzung und am 7. März dann bei der Gründungsversammlung dabei – und wurde zu einem der 19 Gründungsmitglieder.
Zu dieser Zeit litt ich noch erheblich unter meiner Migräne. Daher wies ich darauf hin, dass ich zwar oft nur mit erheblichen Problemen „feste Termine, also Präsenztermine“ einhalten kann, aber sonst gerne bereit und Willens bin, mitzuarbeiten.

Ein „reales“ Museum war das Ziel des Vereins. Ich überlegte schon bei der Vereinsgründung, ob ich denn nicht schon vor der Präsentation unserer Ausstellungsgegenstände in diesem realen Museum, diese „Ausstellungsobjekte“ vorab im Internet in einem „Virtuellen“ Museum präsentiere. Dadurch, dass ich die Internetseite der Waldlermesse (www.waldlermesse.de) betreute, hatte ich bereits erste Erfahrungen gesammelt, wie es geht, im Internet „Informationen“ zu veröffentlichen.

Bei einem Gespräch mit meinem Neffen Hans aus München reifte der Plan weiter. Er wollte mich unterstützen und mir das „Gerüst“ der Seite erstellen, so dass ich „nur“ für den Inhalt zuständig wäre. Als Programm schlug er „drupel“ vor, da er damit schon gearbeitet hatte.
So gingen wir ans Werk und planten die Seite unseres virtuellen Heimatmuseums: www.museum-schwanstetten.de.
Den Namen haben wir im Mai 2007 reserviert, die Domain angemeldet und so begann für mich die Suche nach Inhalten.

Von Hans bekam ich quasi „ein gesatteltes Pferd“ bereitgestellt, ich musste nur noch darauf reiten (lernen). Und auch während der letzten 10 Jahre war er immer wieder als „Feuerwehr“ gefragt, wenn ich nicht weiter kam, Probleme hatte, die er ausräumte. Ohne ihn gäbe es diesen Internetauftritt nicht.


In Dietmar Koltzenburg, dem damaligen 1. Bürgermeister unserer Marktgemeinde fand ich einen Förderer. Er ebnete mir den Weg zu seinen Mitarbeitern in der Gemeindeverwaltung und so konnte ich mit Hilfe von Peter Lösch (Liegenschaften) die Übersichtskarte der Marktgemeinde und ihrer Ortsteile erstellen. Frau Monika Neumaier (Kulturamt) gewährte mir Einblicke in ihren Aktenschrank, der unter anderem die Begutachtung der denkmalgeschützten Gebäude in der Gesamtgemeinde sowie eine bisher unveröffentlichte Chronik über die Gemeinde enthielt. Durch Herbert Lanzl (geschäftsführender Beamter) bekam ich Zugang ins Gemeindearchiv – und hatte so plötzlich ganz viel Material, das nur noch für die Präsentation im Internet aufbereitet werden musste – mein Part.
Die ersten Seiten entstanden – „Denkmalgeschützte Gebäude“ und „Geschichte und Geschichten“. Durch die beiden evangelischen Pfarrer in der Gemeinde bekam ich weitere Unterlagen über die beiden Gotteshäuser. Bilder, zumeist alte Fotografien, bekam ich von Alfred Wenig. Die „aktuellen“ erstellte ich selbst.
Da ich versuchte immer irgendwie den Proporz der beiden großen Gemeindeteile zu erhalten, ebenso den der beiden Glaubensgemeinschaften, wuchsen die Artikel kontinuierlich. Auch die kleineren Gemeindeteile wurden berücksichtigt. Da der Ortsteil Mittelhembach eine eigene „Webseite“ hatte, fügte ich diese per Link ein (da diese Seite aber nicht mit den Inhalten über die anderen Ortsteile entspricht, werde ich mich demnächst wohl auch mehr um Mittelhembach kümmern).

Walter Closmann erstellte für mich einen Artikel über die katholische Kirchengemeinde Schwanstetten, für mich der Auftakt einer Zusammenstellung des Kirchenzentrums. Durch die Zusammenarbeit mit dem bischöflichen Ordinariat in Eichstätt konnte ich das Kircheninventar darstellen, Unterlagen über den Bau des Pfarrzentrums fanden sich im Archiv der Kirchengemeinde. Dazu fand ich Informationen in der Festschrift zu 25 Jahren Pfarrei „Plöckendorf Schwanstetten“ und im Pfarrbrief, dem „miteinander“.

Otto Klein, unser ehemaliger – bereits verstorbener - Totengräber, gewährte mir ein Interview über sein Leben und Wirken. Die Bilder dazu gab er mir aus seinem Fotoalbum. Das aus dem Grab, vom Fotografen der NN durfte ich nach Genehmigung des Herrn Michael Matejka veröffentlichen.

Von Klaus Alter bekam ich die klingenden Dateien aller Kirchenglocken in der Gemeinde, sowohl einzeln als auch zusammen, mit dem Ergebnis, dass man sie jetzt auch im Internet anhören kann.

Hans Volkert (ebenfalls bereits verstorben) gab mir nicht nur ein Interview über sein Leben sondern darüber hinaus Aufzeichnungen über seine Geschichten aus der Gemeinde Leerstetten mit vielen Fotos. Ein schier unerschöpflicher Fundus, aus dem ich immer noch schöpfen kann.

Von Frau Marianne Ast bekam ich Text und Bilder ihrer Geschichte über die Köhler in Furth und Frau Bartsch erzählte viel aus ihrem Leben, ihrem Erleben. Geschichten, die in verschiedene Artikel eingeflossen sind.
Von Alfred Wenig bekam ich eine Zusammenstellung über die Flurkreuze in der Gemeinde. Sie wurden für mich zur Vorlage des Wanderweges „Gedenksteineweg“ und der dazu aufgestellten Informationstafeln. Weiterhin gab er mir eine Zusammenstellung des ehemaligen Lehrers W. Hartmann über die Mühlen in Schwand, die zur Grundlage meiner Arbeit darüber wurde.

Die Geschwister von Elisabeth Engelhardt überließen mir ihre Fotoalben, Aufzeichnungen und Manuskripte ihrer Kurzgeschichten. Eine davon, Ein Bauernjahr, konnte ich mit Genehmigung des Bayerischen Rundfunks veröffentlichen (sie war 1975 in der Reihe „Vom Main zur Donau“ als Hörbild gesendet worden). So konnte ich auch durch die Mithilfe von Frau Ingeborg Höverkamp eine Übersicht über das Leben einer außergewöhnlichen Frau, der Schriftstellerin und Malerin, zusammenstellen.

Über die Geschichte der Pfarrer in der Johanneskirche kam ich zu Prof. Dr. Hermann Rusam. Er überließ mir Informationen über seinen Vater Georg, der von 1939 bis 1949 in Schwand Pfarrer war und sich später maßgeblich an der Gestaltung der Broschüre: „800 Jahre Kirche in Schwand“ beteiligte. Von Georg Rusam stammt auch der Bericht über die letzten Tage des Dritten Reiches in Schwand, Pfarrer Karl Plesch schrieb eine ähnliche Geschichte für Leerstetten. Hermann Rusam erstellte dann einen Bericht über seine Kindheit in Schwand und unterstützte mich auch bei meinen Recherchen über die Vogelherde in der Gemeinde.

Pfarrer i.R. Gerhard Nemec half mit beim Bericht über die Kirchenrenovierung 1984, eine spannende Geschichte über seine damalige „5 Mark Aktion“.

Dr. Reiner Stinzendörfer, der Enkel eines der Schwander Mühlenbesitzer, erstellte einen Bericht über den Posaunenchor Schwand, seine Gründung und die „Lebenssituation“ in der damaligen Gemeinde.

Herbert Schwarzmeier stellte die Geschichte des Soldaten und Kriegervereins Schwand zusammen. Mit der Unterstützung von Willy Maueröder hatte ich die Festschrift zum Vereinsjubiläum „125 Jahre Soldaten- und Kameradschaftsverein Leerstetten erstellt, die so dann auch im Internet erschien.

Der ehemalige Förster in Schwand, Roland Seßner, unterstützte mich für die Reihe „Wald und Wild – Vom Wildmeister zum Förster“, durch die dann auch die Zusammenstellung über die weltlichen Herrn von Schwand entstand.

Von Peter Saalfelder bekam ich viele alte Fotos aus Schwand, Grundlage von Bildergalerien und zusätzliche Ergänzungen zu bestehenden Artikeln.

Meine Tochter Franziska begleitet mich von Anfang an. Einmal durch ihre Seminararbeit „Entwicklung eines PR-Konzepts für ein virtuelles Museum“ und darüber hinaus durch ihre Beratung im Medienrecht. Ein unerschöpfliches Thema. Gilt es doch die „Urheberrechte“ von Fotos, Bildern und Karten zu beachten und sich mit den entsprechenden Institutionen – Staatsarchiv, Germanisches Nationalmuseum, Jagd- und Fischereimuseum etc. zu einigen (um nur einige zu nennen). Auf eine „teure“ Abmahnung würde ich gerne verzichten, so etwas versuche ich zu vermeiden.

Dies ist nur eine grobe Zusammenstellung der Inhalte und des Werdens dieses „virtuellen Museums“, Ein Museum, das immer wieder auch durch die Veröffentlichung von Artikeln im Schwabacher Tagblatt durch die Unterstützung des Redakteurs Gunther Heß auch in der „realen Welt“ in Erscheinung tritt.

Über die vielen namentlich genannten hinaus gibt es noch viele weitere Personen und Institutionen, mit deren Hilfe ich die unterschiedlichsten Artikel, Chroniken, Geschichten und Bildergalerien erstellen konnte. Sie möchte ich in meiner Rückschau auf gar keinen Fall vergessen, auch wenn die Aufzählung aller Namen den Rahmen hier sprengen würde.


Da es aber auch „böse“ Menschen gibt, die nur zerstören wollen, musste die „Kontakt-Schaltfläche“ wieder deaktiviert werden. Jemand hatte einen Automaten in Gang gesetzt, der die Seite mit sinnlosen Mails bombardierte um sie in dieser Flut zu ersticken. Schade – aber wer „Kontakt“ sucht, der findet auch so einen Weg (hoffentlich).

Seit Neuestem hat die Seite nun auch einen eigenen „Facebook-auftritt“ und ist dort unter „museum.schwanstetten“ zu finden. Und auch bei „Twitter“ wird man unter „@museum_SST“ fündig.

Nachdem ich 9 Jahre als Beisitzer im Vorstand des Vereins mitgearbeitet habe, bin ich seit letztem Jahr nur noch für die Internetseite zuständig, also den „virtuellen“ Teil. Den „realen“ Teil verwaltet und betreut weiterhin der Vorstand, repräsentiert durch die erste Vorsitzende Brigitte Geiß. Sie ist es auch, die mich durch ihre Korrekturen auf Fehler und Fehlstellen in meinen Artikeln hinweist, so dass die Seiten auch in einem „anständigen“ Deutsch verständlich gelesen werden können (wofür ich mich ganz herzlich bei ihr bedanke).
Vor 3 Jahren wurde das Erscheinungsbild der Seite dem neuen Leserverhalten – weg vom großen Bildschirm eines PC und hin zum Smartphone – angepasst. Nun steht demnächst eine weitere Erneuerung ins Haus. Es gilt ein Programmupdate einzuarbeiten. Eine zusätzliche Arbeit, aber ebenso eine Chance und Gelegenheit auch weiterhin sowohl in der Form „aktuell“ zu sein, und nicht nur informativ.
Für die Zukunft wünsche ich mir einen Mitarbeiter, der zuerst zusammen mit mir die Seite betreut und ausbaut, eigene Bilder und Artikel mit einfügt, aber letztendlich einmal den kompletten Internetauftritt in Eigenverantwortung übernimmt.
Bis dahin bin ich für alle Informationen in Text und Bild dankbar, die mir helfen, unser Gemeindeleben hier möglichst umfangreich und umfassend darzustellen.

Auf der Seite „Mein Schwanstetten“ sind Bilder immer willkommen – und Daten für die neue „Chronik von Schwanstetten seit 1982“ ebenfalls.

Wenn ich auch weiterhin so eine „tolle“ Unterstützung bekomme, dann wird diese Seite bald auch den 50.000ten Besucher registrieren können.

Schwanstetten im Juni 2017
Alfred J. Köhl


 
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Startseite vom 15. Mai 2017